Back-to-back: Das KURIER Austria Davis Cup Team fährt wieder nach Bologna
Erneut in den Top Acht einer Weltsportart! Es ist vollbracht: Das KURIER Austria Davis Cup Team fährt sensationell ein zweites Jahr in Folge zu den Davis Cup by Generali Final 8 in Bologna (24.–29. November) der acht besten Nationen der Welt. Nach einer unglaublichen Länderkampfwoche am Wiener Athletiksport Club (WAC) setzte sich Österreichs Herrennationalmannschaft in der zweiten Qualifikationsrunde zum heurigen Finalturnier gegen die Vorjahressemifinalisten aus Belgien mit 3:1 durch. Zu den heimischen Vätern dieses großen Sieges wurden an diesem Samstag das Doppel Lucas Miedler und Neil Oberleitner sowie einmal mehr Jurij Rodionov. Zunächst brachten Miedler (ATP-Doppel 24) und Oberleitner (ATP-Doppel 41) mit einem hart erkämpften 7:6 (5), 7:5 über Sander Gillé (ATP-Doppel 55) und Joran Vliegen (ATP-Doppel 175) zum zweiten Mal die Führung, nachdem Rodionov freitags im Eröffnungsspiel gewonnen hatte. Und der Niederösterreicher war es dann auch, der den Sack zumachte: Im Duell der beiden Topspieler besiegte Rodionov (ATP 142) zum Abschluss Zizou Bergs (ATP 38) mit 7:6 (6), 6:3 und ließ damit im Traditionsverein im Prater den rot-weiß-roten Partyzug nach Bologna endgültig starten. Insgesamt steht Österreich ein sechstes Mal in seiner Länderkampfgeschichte nach 1989, 1990 (Halbfinale), 1995, 2012 und 2025 unter den letzten Acht. Im vergangenen Jahr hatte die Auswahl von ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer im Viertelfinale gleich Titelverteidiger Italien gezogen und gegen die Hausherren 0:2 verloren. Ihren diesjährigen Gegner erfahren die ÖTV-Herren am Dienstag um 12:00 Uhr MESZ bei der Auslosung in Bologna.
Miedler/Oberleitner bringen Österreich auf Kurs
3500 Fans hatten sich am ersten Spieltag am WAC eingefunden. Am Samstag war das 4000 Plätze fassende, auf dem Fußballplatz aufgebaute Stadion fast bis auf den letzten Sitz ausverkauft. Auch die darunter befindliche, zahlreich erschienene Prominenz wollte das KURIER Austria Davis Cup Team zum sechsten Erfolg im sechsten Duell mit Belgien und nach Bologna peitschen. Mit dabei waren etwa Andreas Babler (Vizekanzler, Sportminister), Peter Hacker (Sportstadtrat von Wien), Marcel Chahrour (Leiter der Sportsektion im BMWKMS), Christoph Henneis (Leitung Sponsoring und Projekte SPORTLAND Niederösterreich), Thomas Heimer (Country Director Österreich und Schweiz waterdrop®), Henry Murray (waterdrop®-Gründer), Franz Hasil (Fußballlegende) und Nico Langmann (Nummer eins Österreichs im Rollstuhltennis) sowie neuerlich etliche ehemalige österreichische Davis-Cup-Spieler, die vom Österreichischen Tennisverband allesamt eingeladen worden waren. Seitens ÖTV waren, unter anderen, zugegen: Richard Grasl (Präsident), Stephanie Bonner (Vizepräsidentin), Klemens Eiter, Axel Melchior, Andreas Pilsl (Vizepräsidenten), Thomas Schweda (Geschäftsführer Wirtschaft), Marion Maruska (Sportkoordinatorin, Billie-Jean-King-Cup-Kapitänin) und die Ex-Präsidenten Ernst Wolner und Martin Ohneberg, der zu Beginn des Spieltags auf dem Court als ÖTV-Ehrenpräsident ausgezeichnet wurde.
Die ÖTV-Asse ließen sich auf dem Platz von der gewaltigen Länderkampfatmosphäre anstecken. Zuerst Miedler und Debütant Oberleitner, die in einem ersten Satz ohne Breaks im Tiebreak, mit der kräftigen Unterstützung durch das Heimpublikum im Rücken, nach 0:2- und 2:4-Rückstand noch das bessere Ende für sich hatten. Im zweiten Durchgang schlugen der Niederösterreicher und der Wiener im Finish bei 5:5 bei ihrer vierten Breakchance zu und servierten trocken zum richtungsweisenden Sieg aus. „Ich bin überwältigt“, atmete Oberleitner in der Pressekonferenz erleichtert auf. „Ich bin sehr froh, dass ich meine Leistung heute so bringen konnte. Ein großer Grund dafür sind auch die Fans, die hinter uns gestanden sind. Das freut mich sehr, dass unser Einstieg in unsere zukünftige Partnerschaft so startet, und ich freue mich auf alles, was auf uns zukommt.“ Von Miedler gab es danach ein Sonderlob für seinen Neo-Spielpartner auf der ATP-Tour: „Unglaubliches Debüt von Neil. Das ist nicht selbstverständlich, dass man da so hinausgeht und beim ersten Mal im Davis Cup gleich so spielt.“ Die Kulisse beschrieb Österreichs momentan klar bester Doppelspieler als „wieder unglaublich. Es war richtig voll, richtig gute Stimmung vom Anfang bis zum Schluss. Der erste Satz war richtig eng, hätte auch in die andere Richtung gehen können. Aber ich glaube, dass wir heute in den entscheidenden Momenten echt stabil und sehr gut gespielt haben – und Neil hat dann auch unglaublich returniert, als es drauf angekommen ist. Ich bin natürlich happy, dass wir gleich so starten.“
„Prinz“ Rodionov sorgt für Ekstase: „Möchte heute mal nur die Nacht überleben“
Mit einer 2:1-Führung und elektrisierenden Heimstimmung im Rücken betrat Rodionov einmal mehr seine Wohlfühlzone namens Davis Cup – und lieferte wie am ersten Tag ab. Diesmal gegen ein Kaliber wie Bergs freilich erst nach härterem Kampf und einem Hin und Her. Der 27-Jährige wehrte gleich im ersten Game vier Breakbälle ab, musste das erste Break zum 4:2 gleich wieder abgeben und vergab bei 6:5 und 15:40 mit durchaus vermeidbaren Fehlern sogar zwei Satzbälle. Im Tiebreak setzte sich dann das Hin und Her fort, das Happy End blieb jedoch erneut nicht aus. Rodionov machte bei 5:6 ebenfalls einen Satzball zunichte, nützte schließlich seine dritte Chance zum Satzgewinn und ließ das Publikum einmal mehr aufjubeln. Und der Matzener legte sogleich nach: Ein Break zum 1:0 hielt zwar nicht lang, doch danach spielte Rodionov wie aus einem Guss und zog vorentscheidend auf 5:1 davon. Bergs kam zwar nochmal kurz heran, Rodionov konterte jedoch sofort mit dem Rebreak zu null zum Sieg – und ließ sich befreit in den Wiener Sand fallen. Die Partystimmung erreichte hiermit ihren absoluten Höhepunkt: „Ich möchte heute mal nur die Nacht überleben“, lächelte Österreichs großer Davis-Cup-Held, zu seinen nächsten Zielen befragt, ins ORF-Mikrofon. Nach einem Coup, der zweifellos sehr hoch einzuschätzen ist, denn „Zizou ist ein großartiger Spieler. Ich habe mein bestes Spiel und auch all den Support der Fans gebraucht.“
Das große Vorhaben war damit erreicht: „Ich fühle mich natürlich unglaublich. Ich bin sehr stolz auf mich und auf das Team, dass wir es unter die letzten Acht nach Bologna geschafft haben. Ich denke, das ist ein großer Erfolg, und es war immer das ganz große Ziel, sich zu qualifizieren. Ich bin glücklich, dass uns das gelungen ist“, strahlte Rodionov. Die Adelung zu „Mr. Davis Cup“ wollte er danach allerdings nicht annehmen: „Ich glaube, das ist noch immer Jürgen. Aber wenn ich so weiter mache, kann ich vielleicht der Prinz werden.“ Der von ihm angesprochene Kapitän, ÖTV-Davis-Cup-Rekordspieler Melzer, bekannte im ORF-Talk: „Es war eine Freude, heute auf der Bank zu sitzen. Schon beim Doppel, wie Debütant Neil Oberleitner das gemeistert hat – einfach Hut ab. Er hat vom ersten Punkt weg unglaublich gespielt. Und dann haben wir einen ‚Mister Davis Cup‘, Jurij Rodionov, der rausgeht und so eine Partie spielt“, verteilte aber auch Melzer selbst den Titel an seinen Schützling. „Für mich haben wir verdient gewonnen, richtig gut gespielt. Das macht es dann aus, deshalb fahren wir nach Bologna.“ Riesig ist die Freude auch bei ÖTV-Präsident Grasl: „Der Sieg vor einem Jahr in Ungarn war ja schon sensationell, aber damals waren wir in Ungarn 50 Fans. Heute haben wir uns vor fast 4000 Fans qualifiziert. Österreichs Tennis lebt mehr denn je.“ ÖTV-Geschäftsführer Wirtschaft Schweda feierte mit: „Das ist ein sensationeller Erfolg für das KURIER Austria Davis Cup Team mit unserem Kapitän Jürgen Melzer. Wir sind stolz darauf, dass sich unsere Herren zum zweiten Mal in Folge für Bologna qualifiziert haben“, so Schweda. „Das macht es natürlich auch leichter, am Ende des Jahres Sponsorenverhandlungen zu führen, wenn man unter den besten Acht der Welt steht.“
Davis Cup 2026, 2. Qualifikationsrunde in Wien
Österreich – Belgien 3:1
Freitag, 13:00 Uhr MEZ (live in ORF 1)
Jurij Rodionov – Gauthier Onclin 6:4, 6:1
Lukas Neumayer – Zizou Bergs 6:2, 4:6, 2:6
Samstag, 11:00 Uhr MEZ (live in ORF 1)
Lucas Miedler / Neil Oberleitner – Sander Gillé / Joran Vliegen 7:6 (5), 7:5
Jurij Rodionov – Zizou Bergs 7:6 (6), 6:3
Lukas Neumayer – Gauthier Onclin nicht mehr ausgetragen